MeshCore Einstellungen für Deutschland: 869,618 MHz, SF8, CR8 (EU/UK Narrow)

Eine Seite, alle Werte: Das Preset für Deutschland, die Messwerte dahinter, die Fallstricke mit dem alten Preset und mit NL, Sendeleistung und Duty Cycle.

Das Preset auf einen Blick

Seit dem 27.09.2025, 12 Uhr, läuft Hamburg auf EU/UK Narrow. Seit Oktober 2025 ist es der Standard in Deutschland, Großbritannien, Polen, Ungarn, Österreich und der Schweiz. Wer neu einsteigt, stellt genau diese Werte ein, sonst nichts.

ParameterWert
PresetEU/UK Narrow
Frequenz869,618 MHz
Bandbreite62,5 kHz
Spreading FactorSF 8
Coding RateCR 8 (4/8)
Sendeleistungmax. 27 dBm (500 mW ERP)
Duty Cycle10 % im rollierenden 60-Minuten-Fenster

Alle vier Funkwerte müssen stimmen. Ein Node, der bei einem davon abweicht, ist für das Netz nicht vorhanden.

Warum Narrow

Die Bandbreite von 62,5 kHz lässt weniger Rauschen in den Empfänger als die 250 kHz des alten Presets. Das ist der Kern des Gewinns, und er ist gemessen:

MesswertNarrow gegenüber Long Range
SNR über 10,1 km (Test in NL)+5 dB
Noise Floor5 bis 6 dB besser
Chat und Trace30 % schneller

Fünf dB klingen nach wenig. Am Rand der Reichweite entscheiden sie darüber, ob ein Paket dekodiert wird oder nicht. Zur Einordnung: Ab etwa -12 dB SNR wird ein Link instabil, bei -20 dB ist theoretisch Schluss. Für stabile Repeater-Links sollte die Link-Qualität mindestens -6 dB betragen.

Was das Preset nicht löst: einen verrauschten Standort. Wer neben einem Mobilfunkmast funkt, holt mit einem SAW-Filter mehr heraus als mit jeder Parameteränderung. Und die Antenne bleibt eine eigene Baustelle, siehe 868-MHz-Antenne.

CR 8, nicht CR 5

Der Standard ist Coding Rate 8. Nach manchen Firmware-Updates steht der Wert plötzlich auf 5. Prüfe ihn nach jedem Update und stelle ihn zurück auf 8.

Zum Hintergrund: CR 5 spart gegenüber CR 8 rund 30 % Airtime, kostet aber etwa 2 dB Empfindlichkeit. In Wilsdruff sank die Kollisionsrate mit CR 5 von 39 auf 29 %. Das ist ein Experiment in einem dichten Netz, kein neuer Standard. Wer damit testen will, spricht sich vorher lokal ab.

Wenn jemand noch auf Long Range steht

Vor der Umstellung galt das Preset EU/UK Long Range. Beide Presets nebeneinander:

ParameterEU/UK Long Range (alt)EU/UK Narrow (aktuell)
Frequenz869,525 MHz869,618 MHz
Bandbreite250 kHz62,5 kHz
Spreading FactorSF 11SF 8
Coding RateCR 5CR 8

Andere Frequenz, andere Bandbreite, anderer Spreading Factor: Ein Node auf Long Range hört nichts vom aktuellen Netz und wird von niemandem gehört. Er ist nicht “etwas schlechter angebunden”, er ist allein. Typischer Fall: ein Gerät, das seit Sommer 2025 in der Schublade lag, oder ein Repeater, der nach einem Reboot auf das alte Preset zurückgefallen ist. Letzteres wurde beim SenseCAP P1 Pro beobachtet. Nach jedem Neustart und jedem Update kurz die vier Werte kontrollieren.

Ein Sonderfall ist der Heltec V2. Er hat keinen TCXO und liegt mit einem Frequenzoffset von -31,25 kHz neben dem Kanal. Bei 250 kHz Bandbreite fiel das kaum auf, bei 62,5 kHz ist das Gerät auf Narrow unbrauchbar. Welche Boards sich bewährt haben, steht unter Geräte.

Die Niederlande: SF7/CR5

Die Niederlande waren im Oktober 2025 mit auf Narrow umgestiegen. Im Mai 2026 hat NL auf SF 7 / CR 5 gewechselt und ist seitdem nicht mehr interoperabel mit dem deutschen Netz.

Für dich heißt das: Grenznahe Nodes in Ostfriesland oder am Niederrhein sehen seit Mai 2026 keine niederländischen Repeater mehr, und umgekehrt. Stelle das NL-Preset nicht in Deutschland ein, auch nicht “zum Testen” auf einem Repeater. Ein Repeater auf SF 7 ist für alle deutschen Nodes unsichtbar und blockiert trotzdem einen Standort.

Wo du es einstellst

In der App

Die MeshCore-App bringt das Preset EU/UK Narrow fertig mit. Wähle es in den Funkeinstellungen aus, statt die Werte einzeln einzutippen. Kontrolliere danach die vier Werte einzeln: 869,618 MHz, 62,5 kHz, SF 8, CR 8. Der Coding Rate-Wert ist der, der am häufigsten verstellt ist.

Im Webflasher

Beim Flashen über den Webflasher (flasher.meshcore.io) lassen sich die Funkparameter direkt mitgeben. Praktische Hinweise, die immer wieder Zeit kosten: Chrome oder Chromium verwenden, nicht Firefox. Ein USB-A-zu-C-Kabel nehmen, kein C-zu-C. Beim Anstecken die Boot-Taste halten. Unter Linux gehört der Benutzer in die Gruppe dialout.

Auf dem Repeater

Für Repeater gilt dasselbe Preset. Setze die Werte im Repeater-Setup der App oder per Konsole über USB: set freq 869.618, set bw 62.5, set sf 8, set cr 8, danach reboot. Zwei Fallstricke aus der Praxis: Regionen, die per CLI gesetzt wurden, überlebten auf manchen Boards den Reboot nicht, über das App-Menü blieben sie erhalten. Und mit Firmware 1.17.x friert die Konsole bei region load ein. Wenn die CLI hängt, nimm das App-Menü.

Sendeleistung und Recht

Das Band ist lizenzfrei. Es gelten drei Grenzen: 500 mW ERP (27 dBm), 10 % Duty Cycle im rollierenden 60-Minuten-Fenster, und keine Verbindung ins PMR446- oder Freenet-Netz (Klarstellung der Bundesnetzagentur vom November 2025).

ERP bedeutet: Der Antennengewinn zählt mit. Was du am Board einstellst, ist nur ein Teil der Rechnung. Die Zahl in der App ist außerdem nicht bei jedem Board das, was hinten herauskommt:

BoardEinstellungGemessen
SX1262-Boards (T1000-E, Xiao, RAK, P1 Pro)tx 22ca. 158 mW
Heltec V4 (mit PA)tx 16ca. 467 mW
Heltec V4 (mit PA)tx 17ca. 520 mW
Heltec V4 (mit PA)tx 22ca. 800 mW, über dem Limit
Heltec T096tx 12250 mW
Heltec T096tx 13380 mW
Heltec T096tx 16560 mW

Auf einem SX1262-Board ohne Verstärker kannst du tx 22 stehen lassen. Auf einem Heltec V4 ist tx 16 die sichere Einstellung, tx 17 liegt schon knapp drüber. Die Messwerte streuen von Exemplar zu Exemplar.

Mehr Leistung bringt weniger, als viele erwarten. Die Faustregel aus der Community: Standort 60 %, Antenne 20 %, Sendeleistung 20 %. Wer nur empfängt, aber nicht gehört wird, hat meist ein Standort- oder Antennenproblem, kein Leistungsproblem.

Duty Cycle auf dem Repeater

Die Firmware hält die 10 % nicht von allein ein. Der Standardwert lag lange deutlich darüber. Auf jedem Repeater gehört deshalb:

set dutycycle 10

Auf älterer Firmware hieß der Befehl set af 9. Die Formel dahinter: Duty Cycle in Prozent = 100 / (af + 1). Beide Varianten meinen dasselbe rollierende 60-Minuten-Fenster.

Was das in der Praxis bedeutet: Ein Repeater schafft bei 10 % Duty Cycle etwa 600 bis 700 Pakete pro Stunde bei 0,5 bis 0,75 Sekunden pro Paket. Das reicht, wenn Flood-Adverts, Regionen und Hop-Limits sauber gesetzt sind. Die restliche Konfiguration steht unter Repeater aufbauen.

Fragen?

Wenn etwas nicht passt oder ein Wert bei dir anders aussieht: Frag in der Telegram-Gruppe unter t.me/meshcorede. Dort sitzen die Leute, die die Werte oben gemessen haben.