MeshCore Karten: meshcore.io, KiekR, mapme.sh und Analyzer erklärt (Repeater fehlt auf der Karte?)

Repeater-Karte, Coverage-Karte, Analyzer: Jedes Tool beantwortet eine andere Frage und bekommt seine Daten auf einem anderen Weg. Wer das kennt, weiß auch, warum der eigene Repeater nicht auftaucht.

Vier Werkzeuge, vier Fragen

„Die Karte" gibt es bei MeshCore nicht. Es gibt mehrere Tools, die alle aus derselben Quelle schöpfen, aber unterschiedliche Fragen beantworten: Wo stehen Repeater? Wo habe ich tatsächlich Empfang? Was läuft gerade an Paketen durchs Netz? Und wie hängen die Repeater zusammen?

ToolBeantwortetDatenquelleZeitfenster
map.meshcore.ioWo stehen Repeater und Nodes?Manuelle Einträge und Uploads, ObserverEinträge bleiben, bis sie gepflegt werden
map.kiekr.appWo stehen Repeater, welche Regionen und Kanäle sind lokal aktiv?Observer-Datenletzte Adverts
mapme.shWo habe ich mit meinem Gerät wirklich Empfang?Mapper-Sessions mit CompanionFilter 7 Tage, 30 Tage, gesamt
meshcore-analyzer.euWie gesund sind Pfade, Requests und Traffic?Observer per MQTTlaufend
analyzer.letsmesh.netWelche Pakete liefen wann über welchen Pfad?Observer per MQTT7 Tage
analyzer.meshcorenetz.deWie letsmesh, deutscher MQTT-ServerObserver per MQTTca. 24 h bis erste Daten
meshcoresim.comWie sind Repeater verbunden, wie viele Hops?Nachbarlisten der Repeater, kein FunkverkehrStand der letzten Abfrage

Dazu kommen meshmapper.net als eigenständiges Mapping-System und ping.funkmesh.de als Auswertung für Test-Pings mit Verlauf. Die Community empfiehlt map.kiekr.app als beste Repeater-Übersicht und meshcore-analyzer.eu (seit August 2026, aus der deutsch-niederländischen Community) für die Gesundheit von Requests und Pfaden.

Für die Übersicht der Repeater in Norddeutschland nutzen wir auf HanseMesh eine eigene Sicht: /netzwerk/karte/.

Woher die Daten kommen

Alle Repeater-Karten leben vom Advert. Das ist das Paket, mit dem sich ein Node im Netz vorstellt: Name, öffentlicher Schlüssel, Zeitstempel und, wenn du sie gesetzt hast, deine Position. Die Position wird nicht automatisch aus dem GPS übernommen, du trägst sie manuell ein.

Ins Internet gelangt das Advert über Brücken-Nodes, in MeshCore Observer genannt. Ein Observer ist ein Node mit Observer-Firmware und Internetzugang, der mithört und alles Empfangene per MQTT an einen Server meldet. Für analyzer.meshcorenetz.de trägst du dazu den MQTT-Server und einen IATA-Code als Standortkürzel ein, der dort auf einer Whitelist stehen muss. Observer erzeugen keinen Funkverkehr, sie senden nur ins Internet. Ihre Dichte entscheidet aber darüber, ob dein Repeater überhaupt jemals von einem Observer gehört wird. Observer fallen außerdem gelegentlich aus und müssen manuell neu gestartet werden.

Die Coverage-Karte mapme.sh arbeitet anders. Hier ist das Handy des Mappers die Brücke: Der Companion lauscht während der Fahrt auf LoRa-Traffic, die App ordnet jedes empfangene Paket einem Sechseck von rund 120 m Kantenlänge zu und lädt das Ergebnis kryptographisch signiert hoch. Repeater setzt mapme.sh ausschließlich aus empfangenen Adverts auf die Karte. Wie das Mappen praktisch geht, steht in der Anleitung zum Coverage-Mapping.

Mapping-Apps, die aktiv Discovery-Anfragen senden, erzeugen Funkverkehr. Repeater antworten darauf nur viermal in zwei Minuten, das ist eine Firmware-Grenze und kein Fehler.

Warum dein Repeater fehlt oder veraltet ist

Die Frage „Warum ist mein Repeater nicht auf der Karte?" wurde in der Support-Gruppe im Frühjahr 2026 rund 15-mal gestellt. Die Antworten wiederholen sich.

UrsacheWoran du es erkennstAbhilfe
Kein Advert unterwegsFlood-Advert steht auf 0, Zero-Hop-Advert erreicht nur direkte NachbarnFlood-Advert auf 150 h setzen oder einmal manuell ein Advert auslösen
Kein Observer in HörweiteRepeater ist im Netz erreichbar, taucht aber in keinem Analyzer aufObserver in der Region suchen oder selbst einen aufstellen
Karte pflegt sich manuellRepeater fehlt nur auf map.meshcore.ioRepeater dort per Hand eintragen oder hochladen
Uhr läuft falschNach Reboot oder nach rund 50 Tagen Laufzeit verschwindet der RepeaterRTC-Modul DS3231 einbauen, sonst Adverts mit falschem Zeitstempel verworfen
Zeitfenster abgelaufenLetztes Advert älter als das Fenster der KarteErneut advertisen und warten
Alte Firmware oder ForkRepeater unter 1.14 oder EVOAuf aktuelle Stock-Firmware wechseln
Position fehlt oder steht auf 0/0Repeater erscheint gar nicht oder vor WestafrikaPosition im Repeater setzen und neu advertisen

Zu den einzelnen Punkten:

Kein Advert. Der Konsens für Repeater lautet Zero-Hop-Advert alle 240 Minuten und Flood-Advert auf 0 oder 150 Stunden. Bei 0 hört nur ein direkter Nachbar den Repeater. Steht dort kein Observer, kommt der Repeater nirgends an. Mit 150 Stunden Flood-Advert erreicht das Advert auch weiter entfernte Observer. Die 150 statt der maximal möglichen 168 Stunden sind Absicht: Bei 168 Stunden filtern Tools den Repeater als veraltet, bevor das nächste Advert kommt.

Zeitstempel. Repeater ohne Echtzeituhr verlieren nach einem Neustart die Zeit, und nach etwa 50 Tagen driftet der Quarz messbar. Adverts, die älter sind als der bereits bekannte Stand, werden verworfen. Ein DS3231-Modul für rund 2 Euro am I2C-Bus wird beim Booten automatisch erkannt und löst das dauerhaft. Das gehört mit auf die Repeater-Checkliste.

Veraltete Firmware. In der Support-Gruppe wurde berichtet, dass Observer Adverts von EVO-Repeatern nicht hörten. EVO gilt seit 1.16 als obsolet, Stock 1.16 oder 1.17 ist die Empfehlung.

Kurze IDs. Im Pfad eines Pakets stehen von jedem Repeater nur ein bis zwei Byte des Schlüssels. Tools wie mapme.sh können zwei Repeater mit demselben Kurzpräfix nicht sicher auseinanderhalten und wählen den räumlich nächsten innerhalb von 100 km. In großen Netzen kann das falsch sein. Ein 2-Byte-Pfad reduziert die Kollisionen, aber nicht auf null.

Speziell mapme.sh. Ein Repeater erscheint dort nur, wenn ein Mapper bei aktivem Mapping ein Advert von ihm empfangen hat und mindestens ein Sechseck gemappt ist. Wer seinen Repeater sehen will, mappt einmal daran vorbei und löst dabei ein Advert aus. Die Anzeige kommt im Live-Modus sofort, sonst nach 3 bis 5 Minuten, im Ghost-Modus nach 3 Stunden. Wurde ein Repeater 7 Tage nicht mehr gemappt, ändert sich die Farbe, nach 30 Tagen wird er grau. Die Daten bleiben erhalten, nur der Filter blendet sie aus. Wenn gar nichts erscheint, hilft oft ein hartes Neuladen der Seite oder das Löschen der App-Daten.

Opt-out per Verbotsschild

Wer seinen Repeater nicht auf mapme.sh sehen will, setzt das Verbotsschild-Emoji (Unicode U+1F6AB) in den Repeater-Namen. Dann wird er dort ausgeblendet. Der Name ist Teil des Adverts, du änderst ihn wie jeden anderen Namen in den Repeater-Einstellungen. Ob andere Karten und Analyzer das Zeichen ebenfalls auswerten, entscheidet jeder Betreiber selbst. Auf map.meshcore.io löschst du deinen Eintrag notfalls von Hand.

Ein Opt-out auf der Karte ändert nichts am Funk: Das Advert mit Name und Position sendest du weiterhin, und jeder mit einem Empfänger kann es lesen.

Positionsunschärfe und Datenschutz

Die Position im Advert ist unverschlüsselt und für jeden im Netz sichtbar, ganz ohne Karte. Willst du nicht, dass dein Wohnhaus im Netz steht, trägst du die Koordinaten bewusst grob ein, zum Beispiel auf die nächste Kreuzung oder das Ortszentrum gerundet. Das ist erlaubt und üblich. Für die Reichweitenschätzung reicht das völlig, mapme.sh rechnet ohnehin pauschal mit 10 m Antennenhöhe. Ein paar hundert Meter Versatz fallen auf keiner Karte auf.

Ein Punkt wird oft übersehen: Hast du früher eine exakte Position gesendet, bleibt sie in den Kontaktlisten der Empfänger stehen, bis sie den Kontakt löschen oder ein neues Advert ihn überschreibt. Die Position nachträglich unscharf zu machen wirkt also erst mit dem nächsten Advert.

Um die DSGVO gab es in der Community Anfang 2026 ausführliche Diskussionen: Transparenz über Repeater auf der einen Seite, Datenschutz auf der anderen. Das Ergebnis ist der Opt-out und die Empfehlung, Positionen nicht genauer anzugeben als nötig.

Etikette: Der Standort gehört dem Gastgeber

Ein Repeater steht fast immer auf fremdem Dach, im Vereinsheim oder am Mast eines Gastgebers. Dessen Standort veröffentlichst du nur mit seiner Zustimmung, auf keiner Karte und in keinem Advert. Ein ohne Absprache veröffentlichter Standort hat in der Community schon für ernsten Ärger mit dem Gastgeber gesorgt.

Dazu gehört: Sprich den Standort vorher lokal ab, schreib einen Kontakt in den Repeater-Namen, damit dich andere Admins erreichen, und betreibe nur stationäre Repeater. Mobile Repeater zerstören die gelernten Pfade der anderen Nodes. Wie du einen Standort bewertest und die Antenne montierst, steht unter Repeater-Standort und Montage.

Was du vor dem Posten prüfst

Bevor du in der Gruppe fragst, warum dein Repeater fehlt, geh diese Liste durch:

  1. Ist der Repeater über einen Companion per Trace Path erreichbar? Wenn nicht, ist es kein Kartenproblem.
  2. Steht das Flood-Advert auf 0? Dann einmal manuell advertisen oder auf 150 h stellen.
  3. Stimmt die Uhr? Nach einem Neustart ohne RTC steht sie auf 1970 oder 2024.
  4. Läuft eine Firmware ab 1.15? Ältere Versionen floodet niemand mehr weiter.
  5. Ist die Position gesetzt und plausibel?
  6. Wartest du schon 24 Stunden? So lange dauert es beim deutschen MQTT-Server bis zu den ersten Daten.
  7. Bei mapme.sh: Wurde bei aktivem Mapping ein Advert empfangen?

Fragen?

Karten, Observer und Analyzer entwickeln sich schnell, viele Details ändern sich monatlich. Wenn dein Repeater trotz Checkliste fehlt oder du einen Observer für deine Region aufstellen willst, frag in der Telegram-Gruppe: https://t.me/meshcorede.