Repeater-Standort finden und montieren: Höhe, Mast, Dach, Abstand, Abdichtung
Der Standort macht 60 Prozent der Reichweite aus, Antenne und Sendeleistung je 20. Wer den Repeater ins Wohnzimmer stellt, verschenkt den größten Hebel — und stört das Netz mehr, als er hilft.
Höhe über Umgebung schlägt alles
Die Community hat es oft genug gemessen: Der Standort macht etwa 60 Prozent der Reichweite aus, Antenne und Sendeleistung je 20 Prozent. LoRa bei 869 MHz verhält sich quasi-optisch. Was die Antenne nicht sieht, erreicht sie nur über Reflexionen und Beugung, und das kostet schnell den ganzen Link-Budget-Vorsprung.
Ein paar Zahlen aus dem Netz:
| Maßnahme | Effekt |
|---|---|
| +50 m Höhe über Umgebung | 15 bis 20 zusätzliche Nachbar-Repeater |
| Antenne außen statt hinter dem Fenster | 10 bis 11 dB |
| Nasses Laub in der Sichtlinie | ca. 10 dB Dämpfung |
| Lebender Baumbestand | ca. 50 % Pegelverlust pro 100 m |
| Alu-Dämmung oder bedampftes Dachfenster | Abschirmung, teils komplett |
Entscheidend ist nicht die absolute Höhe, sondern die Höhe über der Umgebung. Ein Repeater im Tal, auf dem Dachboden unter nassen Dachpfannen oder im Wohnzimmer liefert SNR-Werte um -11 dB, hört halbe Pakete und blockiert mehr, als er weiterleitet. Dann besser als Companion betreiben. Im Flachland gilt: Deiche werden gern übersehen und sind ein echtes Hindernis.
Wald ist weniger schlimm als sein Ruf. Nodes drei Meter über dem Boden hören den Brocken über 70 bis 90 km. Dichte Baumkronen direkt vor der Antenne sind trotzdem tabu.
Erst testen, dann bauen
Bevor du bohrst: Companion auf die geplante Höhe halten, Besenstiel reicht, und schauen, welche Repeater du hörst. Zwei Repeater am fast gleichen Standort können komplett unterschiedliche Erreichbarkeit haben, das wurde in Dresden dokumentiert. Bei der Abdeckungsprüfung helfen:
- map.kiekr.app: beste Repeater-Übersicht, zeigt Lücken und Nachbarn.
- mapme.sh und meshmapper.net: reale Abdeckung aus Mapper-Fahrten. mapme.sh rechnet mit pauschal 10 m Antennenhöhe und ca. 120 m Hex-Raster, also nur als Anhaltspunkt.
- meshcoresim.com: Simulation auf echten Nachbardaten, zeigt Hops und Pfade ohne Traffic.
Wenn im Umkreis von 2 bis 3 km schon Repeater stehen, bringt ein weiterer vor allem Kollisionen. Viele mittlere Repeater sind besser als wenige zentrale Türme, die 120 Nachbarn hören und ihre TX-Queue nicht mehr leeren.
Stadt oder Land
| Umgebung | Typische Reichweite | Antenne |
|---|---|---|
| Stadt, Dachhöhe | 5 bis 15 km | 2 bis 5 dBi, versorgt Nahbereich |
| Flachland, freie Fläche | bis 30 km | 3 bis 5 dBi |
| Exponiert, Turm oder Berg | 20 bis 100 km | 6 dBi und mehr, ggf. leichter Downtilt |
Antennen ab 6 dBi strahlen flach wie ein Pfannkuchen. In der Stadt und auf niedrigen Standorten ist hoher Gewinn deshalb kontraproduktiv, der Nahbereich bleibt unversorgt. Mehr dazu im Antennen-Artikel.
Abstand zu Störern
Mobilfunkmasten, Balkonkraftwerk-Wechselrichter und 2-m-Yagis in der Nähe lassen die AGC zulaufen, der Repeater wird taub. Ein Noise Floor von -110 bis -117 dBm ist gut, -95 dBm und schlechter deutet auf Störer. Bei einem GSM-Mast unter 250 m Entfernung senkte ein SAW-Filter den Noise Floor von -70 auf -100 dBm, an Mastenstandorten wie dem Brocken mit 30 Fremdantennen geht ohne Filter gar nichts. Ohne Störumfeld brauchst du ihn nicht. Zusätzlich hilft set agc.reset.interval 4 und Ferrite an Wechselrichter-Leitungen.
Exponierte Standorte hören außerdem zu viel: 40 bis 70 Prozent Paketfehler sind dort normal, 20 bis 25 Prozent in dichten Netzen.
Etikette: Vorher reden
Ein Repeater ohne Absprache auf einem Feuerwehr- oder öffentlichen Gebäude hat im Norden bereits eine Polizeisuche ausgelöst und der Community Reputationsschaden eingebracht. Deshalb:
- Vorher lokal abstimmen, im Stammtisch oder in der Gruppe. Doppelte ID-Präfixe machen Traces unlesbar, Key per gessaman.com/mc-keygen mit Wunschpräfix setzen.
- Kontakt in den Repeaternamen schreiben, damit Admins und Eigentümer dich erreichen.
- Nur stationär. Mobile Repeater zerstören gelernte Pfade.
- Öffentliche Masten der DFMG sind praktisch unerreichbar: nur 433-MHz-Amateurfunk, teure Statik. Private Dächer, Vereine und persönliche Kontakte funktionieren deutlich besser, der DARC-Ortsverband kann Türen öffnen.
- Diebstahl in freier Natur: über 20 m Höhe, unauffälliges Gehäuse, Flatterband.
- Abmelden, wenn der Repeater weg ist. Zombie-Repeater auf der Karte führen andere in die Irre.
Montage
Mast und Antenne
Die Antenne gehört senkrecht an die Mastspitze, nach Wasserwaage. Mindestens 30 bis 50 cm Abstand zu Mast, Wand und Metall, alternativ komplett über die Mastspitze hinaus. Parallel am Metallrohr montiert kostet das bis zu 10 dB und verstimmt die Antenne. Nicht hinter dem Solarpanel, nicht unter dem Dachüberstand. Überkopf-Montage geht, die Antenne muss nicht nach oben zeigen. Alu und Stahl am Mast nicht kombinieren.
Windlast ist real: Eine Antenne mit SMA-Fuß hat sie nicht überlebt, gedrehte Milesight-Antennen haben sich gelöst. Für Repeater also N-Stecker, U-Bolzen fest anziehen, Halterung mit Sicherung gegen Verdrehen. Fällt die Antenne in ein PVC-Schutzrohr, kostet das 2 bis 3 dB.
Kabel kurz halten
Board direkt unter die Antenne, nur das Stromkabel lang. Ideal sind bis 50 cm Antennenkabel, unter 2 m ist unkritisch mit gutem Kabel. Lange Kabel dämpfen nicht nur, sie fangen auch Rauschen ein.
| Kabel | Dämpfung bei 869 MHz |
|---|---|
| RG178 | ca. 1,5 dB/m |
| RG58 | ca. 1 dB/m |
| H155 / H200 / HF200 | 0,27 bis 0,55 dB/m |
| Aircell-7 / Airborne-10 / LMR400 | unter 0,2 dB/m |
Jeder SMA-Übergang kostet ca. 0,3 dB, N ca. 0,2 dB. Ein 5-m-Kabel vom Marktplatz lag bei über 2,5 dB Verlust, 10 m gutes Kabel bei 2,7 dB. Konfektionierte Kabel mit N oder RP-SMA gibt es bei fts-hennig.de. uFL/IPEX-Buchsen reißen nach wenigen Steckzyklen, deshalb kurzes Pigtail auf N und dann nicht mehr anfassen. SMA mit Drehmoment anziehen: 0,5 Nm Messing, 0,9 Nm Stahl.
Abdichtung und Druckausgleich
Die meisten Ausfälle kommen von Wasser, nicht von Funk. Wasser kriecht unter die Kabelschirmung und lässt Ecoflex nach Wochen bis Monaten sterben.
- N-Gewinde außen mit Sikaflex 522 oder Pattex Repair Extreme abdichten. Der ALFA-Antennenfuß dreht beim Anziehen die Dichtung mit, sanft anziehen.
- Kabelübergänge mit Schrumpfschlauch mit Innenkleber oder selbstverschweißendem Band. Isolierband hilft nicht.
- Kabel offen lassen, damit es trocknen kann, statt komplett einzupacken.
- Druckausgleich: M12-Druckausgleichsmembran (ca. 0,40 Euro) oder 1,5 bis 4 mm Ablaufloch unten. Ohne Ausgleich zieht das Gehäuse bei jedem Temperaturwechsel feuchte Luft.
- Gehäuse: Rundschnurdichtung immer unten, Durchführungen mit Sikaflex. Baumarkt-Abzweigdosen funktionieren, die Gummidichtung hält ca. 2 Jahre. Schwarze 3D-Drucke verformen sich über 60 °C, in der Sonne liegt das Gehäuse 10 bis 30 °C über Lufttemperatur. Weiße Duroplast-Gehäuse sind stabiler.
- Dachdurchführung: Unsachgemäße Montage an Dachziegeln führt zu Lecks. Bei Solar-Repeatern das Panel senkrecht montieren, weniger Schnee und Vogelkot. Details in Solar-Repeater bauen.
Blitzschutz
Ein Kunststoffmast mit isolierter Befestigung leitet nichts, wird bei Einschlag aber zerrissen. Ein Metallmast muss geerdet werden oder bleibt weg. Repeater am Mast erden hilft außerdem gegen Störungen. Für Erdung und Überspannungsschutz gibt es keine Community-Standardlösung, frag vor der Montage in der Gruppe.
Erfolgreiche Standorte im Norden
| Standort | Höhe / Antenne | Ergebnis |
|---|---|---|
| Mundsburg MU2, Hamburg | 21. Stock | versorgt halb Hamburg, zentraler Hub |
| Wedel, Aquacore | ca. 45 m, Kerlink 3 dBi | 13 km stabil |
| Hamburg-Repeater | 10+ m, Kerlink 3 dBi | über 50 km dokumentiert |
| Wasserturm | 50 m, 8 dBi | bis 65 km |
| Marienhafe, Ostfriesland | 9 m, 8 dBi | je 14 km nach Willmsfeld und Esens |
| Nottensdorf | 30 m Turm | schließt die Lücke Bremen–Hamburg |
| Planet 9, Lüneburg | 8 dBi frei stehend | Backbone Richtung Süden |
| Brocken | 1.142 m | bis Kiel 286 km, Nordsee über 250 km |
Die Lehre daraus: 9 m über flachem Land reichen für 28 km Hop, 45 m in Wedel bringen einen stabilen Link, und 3 dBi an guter Höhe schlagen 8 dBi im Erdgeschoss. Was in der Tabelle fehlt, sind Repeater in Kellern und Häuserschluchten unter 5 m. Die gibt es auch, sie tauchen nur in keiner Reichweitenliste auf.
Wie der Repeater selbst konfiguriert wird, steht in Repeater aufbauen, passende Boards unter Geräte.
Material für die Montage
Was bei den Standorten im Norden im Einsatz ist:
- ALFA ARS-N19 868 MHz – Antenne mit N-Stecker, hält Windlast besser als SMA-Füße. Bei Amazon ansehen *
- H155-Kabel konfektioniert – Kurz und dämpfungsarm vom Board zur Antenne. Bei Amazon ansehen *
- U-Bolzen / Mastschellen – Antenne sicher am Mast, gegen Verdrehen sichern. Bei Amazon ansehen *
- Sikaflex 522 – N-Gewinde und Durchführungen abdichten. Bei Amazon ansehen *
- Schrumpfschlauch mit Innenkleber – Für Kabelübergänge, Isolierband hilft nicht. Bei Amazon ansehen *
- Selbstverschweißendes Band – Alternative für Steckverbinder im Freien. Bei Amazon ansehen *
- Druckausgleichsmembran M12 – Gegen Kondenswasser im Gehäuse. Bei Amazon ansehen *
Fragen?
Standort im Norden geplant und unsicher, ob er sinnvoll ist? Frag vorher in der Telegram-Gruppe. Dort sitzen die Leute, die die Nachbar-Repeater betreiben.
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